Alexei Makartsev: Ein Tropfen vom Universum

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Lunochod


Der erste extraterrestrische Rover "Lunochod 1" war ein von der Solarkraft getriebenes sowjetisches Mondfahrzeug, das einer Badewanne auf acht Rädern nicht unähnlich aussah. Er wurde im Mare Imbrium am 17. November 1970 von der Sonde "Luna 17" ausgesetzt und blieb 301 Tage in Betrieb - dreimal länger als geplant.

Das 756 Kilogramm schwere, zwei Meter hohe Mondfahrzeug legte in dieser Zeit insgesamt 10,5 Kilometer zurück und funkte rund 20 000 Bilder zur Erde. Der erste "Lunochod" machte zudem etwa 500 Bodenanalysen auf einer Fläche von 80 000 Quadratmetern.


Er wurde von Simferopol auf der Krim durch zwei Teams aus je drei Spezialisten ferngesteuert, deren Einsatz geheim war. Erst 23 Jahre später durfte das Land die Namen der "Lunochod"-Fahrer erfahren. Jedes Team arbeitete 14 Tage am Stück. Die größte Schwierigkeit war es, das Mondauto anhand von Fotoaufnahmen zu steuern, die mit einer Verspätung von zehn Sekunden im Kontrollzentrum eintrafen. In dieser Zeit legte das Fahrzeug auf dem Mond bis zu drei Meter zurück, so dass das Risiko eines Unfalls hoch war.

Im September 1971 ging die radioaktive Energie- und Wärmequelle im Rover zu Ende. Am Monatsende brach der Kontakt ab, am 4. Oktober 1971 wurde der "Lunochod-1" offiziell aufgegeben. Dabei gingen in Moskau Gerüchte um, der lunare "Käfer" könnte von Amerikanern oder Außerirdischen gestohlen worden sein.

1973 setzte die Sowjetunion den fast identischen "Lunochod"-Nachfolger im Mare Serenitatis ab. Das zweite rollende Mondlabor hielt nur viereinhalb Monate durch, fuhr aber dank besserer Steuerung 42 Kilometer weit und sendete rund 80 000 Bilder. Die russischen Ingenieure bauten 1975 den "Lunochod-3", aber seine Mission fand mangels einer geeigneten Trägerrakete nicht statt.

Die genaue Lage des "Lunochod-1" war unbekannt, bis sein Reflektor 2010 von einem Laserstrahl aus einer US-Forschungseinrichtung getroffen wurde. So konnte die Position bis auf zehn Meter genau ermittelt werden. (Bild: NASA/GSFC/Arizona State University).

"Lunochod-1"
Nachricht der sowjetischen Agentur TASS über die "Lunochod-1"- Landung

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